Gastbeitrag von Franziska Kallenbach
(WVS Bad Salzungen)
Mit 29 Kläranlagen in unserer Region hat der Wasser und Abwasser-Verband Bad Salzungen seine bisherigen Planungen für den Anschluss des ländlichen Raumes bereits erfüllt.
Für den weiteren Ausbau der zentralen Abwasserentsorgung sind jedoch mehr Fördergelder des Freistaates Thüringen nötig. Insbesondere, um der Forderung aus dem Thüringer Abwasserpakt nach einer Anschlussgraderhöhung bis 2030 auf über 90 Prozent nachzukommen.
Das machte WVS-Werkleiter Heiko Pagel dem Thüringer Umweltminister Tilo Kummer (BSW) deutlich, der in dieser Woche die im Bau befindliche Kläranlage in Oberweid besuchte.
Anlass des Ministerbesuches war aber nicht nur, sich vom Fortschritt der Bauarbeiten zu überzeugen. Der Minister hatte auch einen symbolischen Scheck für den Kläranlagenbau von 250.000 Euro mitgebracht – die erste Tranche der Gesamtförderung von rund 812.000 Euro.
Umweltminister Tilo Kummer: „So wie hier gilt für ganz Thüringen: Der Ländliche Raum kann sich auf die Unterstützung der Landesregierung beim Ausbau der Abwasserbeseitigung verlassen.
Weil sich hier eine moderne Infrastruktur mit Umweltschutz verbindet, ist die Fortsetzung des bisher schon erfolgreichen Abwasserpaktes zwischen Umweltministerium und Gemeinde- und Städtebund auch Teil des 100-Tage-Programms der Landesregierung.“
Zukunftssicher, zentral und umweltgerecht – das kostet den Verband allein in Oberweid insgesamt fast 6 Millionen Euro, die in die Ver- und Entsorgung investiert werden.
Mit dem neuen Kanaltrennsystem in der Ortsdurchfahrt hat der WVS bereits in den vergangenen Jahren die Grundlage geschaffen, um das Schmutzwasser vieler Haushalte auf die Kläranlage zu führen. Der Freistaat Thüringen unterstützte die Kanalbauarbeiten mit rund 500.000 Euro.
Die neue Kläranlage wird derzeit unterhalb des Sportplatzes errichtet und ist für 500 Einwohnerwerte ausgelegt. Das anfallende Abwasser wird darin nach Stand der Technik vollbiologisch gereinigt.
Das ist zwingend notwendig, um die Gewässersituation im Weidbach langfristig zu verbessern. Denn Abwasser darf nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Die neue Anlage soll noch in diesem Jahr in den Betrieb genommen werden.
Die Abwasserentsorgung in einer zentralen Kläranlage gehört heutzutage zu einer modernen Daseinsvorsorge dazu. Damit ist eine kleine Gemeinde wie Oberweid für die Zukunft bestens aufgestellt. Das sieht man in weiten Teilen des Verbandsgebietes.
„Mit einem Anschlussgrad von aktuell 77 Prozent sind wir auf einem guten Weg“, befindet WVS-Werkleiter Heiko Pagel. Er zeigt, wie wichtig diese Entwicklung für den Umwelt- und Gewässerschutz ist.
„Für den weiteren Ausbau der zentralen Abwasserentsorgung sind wir als Ver- und Entsorger jedoch auf deutlich höhere Fördergelder des Freistaates Thüringen angewiesen. Insbesondere aufgrund der dramatischen Baupreiserhöhung der letzten Jahre.
Die Forderung aus dem Thüringer Abwasserpakt nach einer Anschlussgraderhöhung bis 2030 auf über 90 Prozent lässt sich demnach nur erfüllen, wenn der Abwasserpakt angepasst wird.
Dazu müssen sowohl die gestiegenen Baupreise, die bisherigen und neuen Abwasserbeseitigungskonzepte und nicht zuletzt die Forderung der öffentlichen Aufgabenträger nach 100 Millionen Euro Fördermittel Berücksichtigung finden.“
Zentrale Abwasserentsorgung in Oberweid:
Gemeinschaftsmaßnahme Ortsdurchfahrt:
Bauzeit: 1. BA 2019-2020, 2. BA 2020-2022
Landkreis SM, Gemeinde Oberweid, WVS
Planung & Bauüberwachung: Ingenieurbüro Oppermann GmbH Gotha
Bau: STRABAG AG Ritschenhausen
2.600 m Kanaltrennsystem
1.400 m Trinkwasserleitung
Investition WVS: ca. 3 Mio. Euro
Fördersumme: ca. 500.000 Euro
Zentrale Kläranlage 500 EW:
Bauzeit: 2024-2025
Planung & Bauüberwachung: Ingenieurbüro PROWA GmbH
Bau: WBB Bau & Beton GmbH
Planung E-MSR: ELAplan GmbH
Bau E-MSR: BN Automation AG
Fertigstellung: 3. Quartal 2025
Investition WVS: ca. 3 Mio. Euro
Fördersumme: ca. 812.000 Euro